Game Thinking

„Gamification“ ist Trend. Dabei geht es nicht nur um Computerspiele, mit denen ein Mensch heute im Verlauf seiner Kindheit und Jugend runde 10.000 Stunden verbringt. Das entspricht ungefähr der Stundenzahl, die einen Schüler im Schnitt...

Datum: 20.05.2020 Autor: Redaktion
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„Gamification“ ist Trend. Dabei geht es nicht nur um Computerspiele, mit denen ein Mensch heute im Verlauf seiner Kindheit und Jugend runde 10.000 Stunden verbringt. Das entspricht ungefähr der Stundenzahl, die einen Schüler im Schnitt zur Mittleren Reife führt. Was macht das Spielen so faszinierend? Lässt sich die Begeisterung des Spielens auf reale Aufgaben und Situationen übertragen? „Ist Spielen das neue Arbeiten?“ fragte kürzlich sogar schon die FAZ.
Wir wollten es genauer wissen und luden den preisgekrönten Spieleentwickler und erfolgreichen Jungunternehmer Christoph Brosius aus Berlin als Experten in unseren thinktalk@new&able am 6. Oktober ein.

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Sein Vortrag und die gemeinsame Diskussion mit ihm und unseren Gästen waren gleichermaßen interessant und spannend. Hier vier Erkenntnisse in Kurzform:
• „Die Perspektive eines Game Designers ist einer der zentralen Schlüssel, um die Bedürfnisse und Gewohnheiten einer Generation zu verstehen, die anders tickt als alle Generationen zuvor“, so Christoph Brosius, der selbst zu dieser Generation gehört.
• „Ein gutes Spiel lebt davon, dass jeder Spieler weiß, was das Ziel ist und was man tun muss, um es zu erreichen“. Das Ziel ist anspruchsvoll und weckt den Ehrgeiz, es zu erreichen. Wichtig dabei: Man sieht immer genau, wo man steht, wie nah oder fern man dem Ziel ist. Das wäre vielleicht ein interessanter Ansatz für manchen realen Lebens- und Arbeitskontext.
• Im Englischen gibt es den Unterschied zwischen „Games“ und „Play“, im Deutschen nur ein Wort: Spiel. Der Unterschied ist wichtig, denn im „Play“ steckt das spielerische Element, das man überall finden oder hineinbringen kann, um Lust auf verändertes Handeln zu schaffen, ohne gleich ein „regelgerechtes Spiel“ draus zu machen.
• Spielen ist freiwillig und zweckfrei. Man kann einen Menschen nicht zum Spielen zwingen. Gott sei Dank. „Langweilige Aufgaben sind und bleiben langweilig. Da hilft auch keine Spiele-Mechanik“, so Brosius. Gespielt wird nur, wenn es Spaß macht.

• Genau deshalb können spielerische Elemente aber durchaus den Alltag verändern, Stimmungen und Einstellungen wie auch Verhaltensweisen beeinflussen. Hier ein ganz wunderbares Beispiel: Was bewegt Menschen? Die Rolltreppe oder die Pianotreppe?

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Fazit: Game Thinking sucht nach der intrinsischen Motivation des Nutzers. Das ist Neues Denken und aus unserer new&able Sicht das eigentlich Spannende. Hier offenbaren sich ungenutzte Potenziale der Organisationsintelligenz. Mehr Game Thinking in der Führung könnte zu den Anforderungen gehören, die in den nächsten 5-10 Jahren an Bedeutung gewinnen. In Unternehmen wie auch im Kontext sozialer Prozesse, wenn es um positive Änderung von Verhalten geht. Und vor allem auch dort, wo man die nächste Generation nicht nur beschäftigen, sondern wirklich begeistern will.
Wenn Sie das interessant finden, mehr dazu wissen wollen oder sich mit uns austauschen möchten, freuen wir uns auf Ihren Kommentar hier auf zoom, auf unseren neuen Social Media Kanälen oder direkt an
Dagmar Woyde-Koehler: d.woyde-koehler@newandable.com
Nicole Baschab: n.baschab@newandable.com