Führung und Arbeitswelten – darum geht es in der aktuellen brand eins. „Scheißjob“ steht auf dem Cover. Was hat das mit Führung zu tun? In seinem Leitartikel zu diesem Thema zeigt Wolf Lotter die Zusammenhänge auf. Dort kommt auch new&able Gründerin Dagmar Woyde-Koehler zu Wort.

 IMG_0998A

 „Die Zahl der Führungskräfte, die sich in ihrer täglichen Arbeit fremdbestimmt fühlen, ist enorm gestiegen – so viele Unzufriedene wie heute gab es noch nie“, sagt sie. Und bezieht sich dabei auch auf die Ergebnisse der Studie von Prof. Peter Kruse im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, die im September 2014 veröffentlicht wurden. Mehr zu dieser Studie in unserem ZOOM vom November 2014.

Wenn das so ist – woran liegt das? „Mit den diversen Krisen am Ende des vergangenen Jahrzehnts verloren auch Führungskräfte in Wirtschaft und Politik an Prestige“, schreibt Lotter. „Eine doppelte Frustration: Im Alltag frisst einen die Bürokratie auf, im sozialen Umfeld schwinden Anerkennung und Respekt“, ergänzt Dagmar Woyde-Koehler.

Das Ursachengeflecht ist vielfältig. Neben vielen anderen Gründen ist sicherlich ein wesentlicher darin zu suchen, dass die Entscheidungsspielräume immer enger wurden in den letzten Jahren, selbst für Top Manager; während die Anforderungen an Entscheidungsfähigkeit angesichts zunehmender Komplexität, Globalisierung und Digitalisierung gleichzeitig kontinuierlich anwachsen. Auch wenn in vielen Fragen nach wie vor Top Down entschieden werden muss, spielt sich die Einflussnahme auf das, was im Unternehmen tagtäglich wirklich geschieht, auf einer anderen Achse ab. Die weltweit vernetzte Wissensgesellschaft hat längst zu Kräfteverschiebungen im System geführt, die einer unterirdisch sich anbahnenden tektonischen Plattenverschiebung gleichen.

Hier ist die kollektive Intelligenz von Organisationen gefragt. Selbstorganisation gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung, ist aber nur ein Teil der Lösung. Führung wird natürlich nicht bedeutungslos. Aber sie darf der intelligenten Vernetzung innerhalb und außerhalb der Organisationen nicht im Weg stehen, muss sich und ihre Rolle kritisch hinterfragen und sich als Enabler neu definieren. Das wäre eine Antwort auf die Frage im Titel dieses ZOOM Beitrags, die übrigens nicht von uns stammt, sondern von Reinhard Sprenger im Leitartikel von Wolf Lotter gestellt wird.

Spotify ist nur ein Unternehmensbeispiel von vielen, das zeigt, dass es geht und wie es gehen kann. Das sollte man nicht kopieren, aber kapieren und sich dann aufmachen, den eigenen richtigen Weg zu finden.