Es war ein interessanter Abend mit einem weiten Spektrum an Meinungen und Gedanken im Diskurs zum Thema „Brave New Work“ bei unserem thinktalk@new&able mit Hermann Arnold als special guest am 20. März.

Hermann Arnold und Dagmar Woyde-Koehler folgen aufmerksam dem Diskurs unter den Gästen.

Der Umantis-Gründer hat sich vor einigen Jahren selbst aus seiner Führungsrolle verabschiedet, arbeitet aber noch immer mit. Warum hat er diese Entscheidung getroffen und geht er mit den Widersprüchen um, die sich aus einer solchen Entscheidung im Alltag ergeben? Hat er diese Entscheidung allein oder gemeinsam mit dem Team getroffen? Wie haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seine Entscheidung aufgenommen und wie nutzen sie ihre damit verbundenen neuen Möglichkeiten? Wie geht das Wählen von Führungskräften im Unternehmen praktisch von statten?

Diese und noch viele weitere Fragen wurden an beim thinktalk an Hermann Arnold gestellt. Er hat sie beantwortet. Trocken, klar und so, dass man einen Moment lang den Eindruck bekommen konnte, es handle sich hier um ein technokratisches Modell des Vorgehens, nicht aber um eine Angelegenheit des engagierten Herzens. Die Frage wie man die Menschen, die in einem Unternehmen arbeiten und zusammenarbeiten, in eine positive Haltung dazu bringt, selbst Verantwortung zu übernehmen, ist nicht mit einem technokratischen Konzept zu beantworten.

Als Hermann Arnold dann sein Grundverständnis von New Work erläuterte, wurde sein Diskurs mit unseren Gästen offen, lebendig und spannend. Seine Idee, dass jeder verantwortlich ist, dass „jeder führt und jeder folgt“, die auf den ersten Blick befremdlich klingen mag, kam überzeugend rüber. Sie ist im Kern bahnbrechend für das vollkommen neue Führungsverständnis, das mit New Work im Innersten verbunden ist. Weil hier neben dem Führen auch immer das Folgen eingeschlossen ist. Alle sprechen vom Führen. Wer spricht schon vom Folgen? Und wie findet in einem Unternehmen intelligentes Folgen statt – unabhängig von hierarchischen Settings?

So stellten sich im Laufe des Abends zunehmend neue, interessante und sehr wichtige Fragen. Ein gutes Zeichen dafür, dass unser thinktalk wieder einmal gehalten hat was er verspricht, denn hier geht es um den offenen, querdenkerischen Diskurs und nicht ums Vermitteln von Patentrezepten.

Kurzfazit des Abends:

  • Es wurde klar, dass noch lange keine Klarheit im allgemeinen Verständnis von „New Work“ existiert. Das ist durchaus positiv zu sehen, denn es handelt sich hier nicht darum, ein paar nette Veränderungen mit Wohlfühlfaktor einzuführen. Es geht vielmehr um eine radikale Änderung des Grundverständnisses von Arbeit, Zusammenarbeit und Führung.
  • Qualifiziertes Folgen findet sich im Modell der Organisationsintelligenz als konstruktive „Gegenkraft“ zur Führung wieder. Es sind zwei Seiten einer Medaille. Beide müssen bewusst und verantwortungsvoll praktiziert werden, damit sich Organisationsintelligenz überhaupt entfalten kann.
  • Es erfordert Einsicht, Willen und Mut sowie ganz besondere Kompetenzen bei allen Beteiligten, allen voran jedoch bei Führungskräften, damit „New Work“ erfolgreich stattfinden kann. Da gibt es wohl jede Menge zu tun.